Ein Trip ohne den Fuchs, das kommt vor! Dafür ging es im Juli 2016 in ganz wunderbarer Reisebegleitung eines lieben Freundes und seines (fast) unzerstörbaren Autos ins nächste Roadtripabenteuer. Warum Richtung Balkan? Ganz klar, die Länder dieser Region, allen voran Kroatien und Rumänien, standen schon sehr, sehr lange auf meiner Bucketlist. Und ich liebe Roadtrips, vor allem solche, die einen über eine grobe Route Hauptsache weiter tragen, aber nicht exakt bestimmen wohin und wann, die einen flexibel halten und wo man morgens nicht weiß wo man abends schlafen wird. Genauso sollte es werden, alles war ganz genau und gleichzeitig überhaupt nicht geplant und dann kam es letztendlich völlig anders.

Route:

Leipzig – Wien – Poreč – Zadar – Mostar – Zlatibor – Baile Herculanae – Cisnadioara – irgendwo bei Györ – Leipzig, kurz gesagt, 9 Länder in 13 Tagen.

Zeit: Zwei Wochen (ursprünglich länger geplant aber wir mussten etwas früher zurück). Grundsätzlich würde ich, falls ich diesen Roadtrip noch einmal machen würde, mehr Zeit dafür einplanen, aber in diesem Fall hatten wir aus verschiedenen Gründen wenig Wahl.

Kostenpunkt: Ca. 600 € pro Person für Essen und Übernachtungen plus Benzin, die Kosten für letzteres lassen sich leider nicht mehr nachvollziehen.

Papiere, Moneten, etc.: Fürs Auto muss man neben dem Üblichen unbedingt die grüne Versicherungskarte mitnehmen, die beispielsweise in Bosnien auch beim Grenzübertritt vorgelegt werden muss. Einen Reisepass braucht man konsequent nicht. Auch wenn man hier und da die EU verlässt, es genügt ein Personalausweis. Keines der Länder ist für Deutsche visumpflichtig. Mit Kredit- und EC-Karten kann man fast überall problemlos Geld abheben. Je weiter östlich man reist, desto üblicher ist allerdings Barzahlung in Geschäften und Restaurants. Viele akzeptieren keine Karten. Viele Autobahnen sind mautpflichtig, allen voran Tschechien und die Alpentransitländer Österreich und Slovenien. Am absurdesten war dabei die bosnische Autobahn, die 4 km lang war und 64 Cent kostete.

Beim Thema Währungen fängt der Spaß an. Wir sind durch neun Länder gefahren und hatten zum Schluss die traurigen Reste von sechs Währungen in der Tasche. Mit Euro kommt man zwar noch in Österreich und Slowenien hervorragend weiter, danach ist aber Schluss. In Kroatien zahlt man mit Kuna, Bosnien hat die Konvertible Mark, Serbien den Dinar, Rumänien Leu und Ungarn Forint.
Sämtliche Wechselkurse sind unüberschaubar verschieden und am sinnvollsten ist eigentlich eine Wechselkursapp wie Currency. Oh, und wo wir beim Thema Internet sind: In Serbien und Bosnien gibt es kein Roaming! Es gibt zwar halbwegs stabilen Handyempfang, sollte man jedoch Internet brauchen, geht das nur über WiFi. Was aber, wie so oft außerhalb Deutschlands, ungefähr an jedem Dorfkiosk verfügbar ist.

BALKANROADTRIP - 13 TAGE, 9 LÄNDER, 4500 KM

Die traurigen Überreste

Wetter: Wir sind im Hochsommer gefahren, um diese Zeit sollte man nicht hitzeempfindlich sein. Während Wien, Bosnien und Kroatien sich vor allem durch trockene Hitze hervortaten, die sich am Wasser auch prima aushalten ließ, wurde es ab Serbien streckenweise unangenehm schwül, inklusive einiger heftiger Gewitter in der serbisch-rumänischen Grenzregion.

Ausrüstung: Ein Auto, zwei Menschen, zwei Decathlon Wurfzelte, Schlafsäcke, Isomatten, Campingkocher mit zwei Kartuschen (reichten locker für 2 Wochen), Handyladekabel fürs Auto (ganz wichtig, da wir selten Steckdosen in greifbarer Nähe hatten), jede Menge Fotoausrüstung, da wir beide leidenschaftlich fotografieren und noch so einiges an Krempel den man zum Leben braucht. Oder auch nicht. Ein großes Auto zu zweit verführt durchaus dazu, Unnützes mitzuschleppen.

BALKANROADTRIP - 13 TAGE, 9 LÄNDER, 4500 KM

Alles was man zum Leben braucht dabei: 15 Objektive, Erdnussbutter und mein Quechua Modulo Kopfkissen (das ist die blaue Murmel oben links).

Essen & Trinken: Als Vegetarier wird man möglicherweise nicht glücklich. In allen bereisten Ländern ist die regionale Küche extrem fleischlastig, selbst an der kroatischen Mittelmeerküste nur gelegentlich unterbrochen von Fisch. Allerdings gibt es dazu an jeder Ecke wunderbar frisches und sonnengereiftes Obst und Gemüse. Wer Wein mag ist in diesem Teil Europas sowieso gut aufgehoben und auch die Biersorten waren nicht die schlechtesten. Insgesamt ist Essen und Trinken sehr günstig, selbst in den touristischen Orten ist man mit einem Abendessen oft bei unter 10 Euro dabei.

Persönliches Highlight: Mostar mit seinem unerwarteten Mix aus Weltreligionen, seiner dramatischen Schönheit und seinen freundlichen Bewohnern.